Gastronomie bereitet sich auf Lockerungen ab Montag vor

Gastronomie bereitet sich auf Lockerungen ab Montag vor
Nachrichten

Unterstützung der Stadt – Kostenfreie Vergrößerung der Freischankflächen

Am kommenden Montag, den 18. Mai 2020, wird nach den wochenlangen Pandemie-Einschränkungen ein weiterer Schritt in Richtung Normalität unternommen. Nach dem Einzelhandel darf nun auch die Gastronomie wieder ihre Türen öffnen: die Bamberger Gastronomen stecken mitten in den Vorbereitungen. Um die Betreiber zu unterstützen, bietet die Stadt Bamberg nach Möglichkeit eine kostenfreie Vergrößerung der Freischankflächen an.

Die schrittweisen Lockerungen der Corona-Maßnahmen erlauben nun ab kommendem Montag, den 18. Mai 2020, endlich auch den Gastronomen eine stufenweise Öffnung ihrer Lokale und damit einen ersten Schritt zurück zur Normalität. In Bayern ist es dann unter Einhaltung bestimmter Auflagen möglich, die Außengastronomie wieder zu öffnen, eine Woche später, ab dem 25. Mai 2020, dürfen Lokale ihre Gäste auch wieder innen bewirten.

Herausforderung für Bambergs Gastronome

Wie für alle Gastronomen waren die wochenlangen Schließungen auch für die in Bamberg Ansässigen eine immense Herausforderung. Hellen Oppelt, Inhaberin des “Stadtproviant” in der Habergasse, ist kreativ geworden: “Wir haben weiterhin To-Go-Getränke und Gerichte zum Abholen angeboten und haben uns Specials wie zum Beispiel unsere wechselnden Frühstücks-Boxen an den Wochenenden ausgedacht, die wir geliefert haben”, so Oppelt. “Die wurden sehr gut angenommen, das war schön und wichtig für uns.” Der Stadtproviant bleibt allerdings auch ab Montag weiterhin nur für den To-Go-Verkauf geöffnet – das Café zieht um und wird im Laufe des Monats Juni in der Austraße Gäste empfangen: “Wir freuen uns über die Lockerungen, wissen aber noch nicht genau, wie wir die am neuen Ort umsetzen – je nachdem, wie es dann zu diesem Zeitpunkt aussieht.”

Schrittweise Rückkehr zur Normalität

Mit geöffneten Cafés, Restaurants und Biergärten wird ab Montag wieder etwas mehr Leben in die Stadt zurückkehren – ganz beim Alten wird es aber so schnell nicht sein. Beim Herumlaufen im Restaurant oder dem Biergarten gilt für Gäste wie für Mitarbeiter eine Mundschutzpflicht und auch hier muss sich, von Gästen wie von Mitarbeitern, an das Abstandsgebot von mindestens eineinhalb Metern gehalten werden. Für viele Lokale bringt das neue Herausforderungen mit sich: “Die Vorbereitungen sind nicht so einfach”, so Betriebsleiter Anton Antunovic des “Mahr’s Bräu” mit Wirtshaus und Biergarten in der Bamberger Wunderburg. “Für uns hat die Gesundheit von Gästen und Personal absolute Priorität und wir werden deshalb besonders auf den Mindestabstand achten. Zuvor wird das Personal noch einmal besonders geschult und es muss außerdem extra Personal eingeplant werden. Am Eingang, um die Kontaktdaten der Gäste aufzunehmen und Tische zuzuweisen und vor den Toiletten zum Beispiel, um zu verhindern, dass sich dort zu viele Personen aufhalten. Wir hoffen, dass alle aufeinander Rücksicht, sich an die Regeln halten und gesund bleiben.”

Hilfsangebot der Stadt

Um das Abstandsgebot wahren zu können, müssen Tische auseinandergerückt werden und und es können deutlich weniger Gäste bewirtet werden. Die Stadt Bamberg möchte den Gastronomen hier Hilfe anbieten: “Die Lockerung ist für unsere Gastronomen immens wichtig, da sie in den letzten Wochen enorme Umsatzeinbußen erlitten haben. Daher wollen wir sie auch nach dem Bamberger Rettungsschirm gezielt und unbürokratisch unterstützen”, so Oberbürgermeister Andreas Starke. Diese Hilfe beinhaltet die kostenfreie Vergrößerung der Freischankflächen, dort wo es möglich ist. Wirtschaftsreferent der Stadt Bamberg Stefan Goller erklärt: “Mit dieser Maßnahme wollen wir den Gastronomen helfen, da weiterhin die Abstandsregeln gelten und deshalb Tische und Stühle weiter auseinandergerückt werden müssen.” Durch eine vergrößerte Fläche könnten trotz Abstandsregeln mehr Gäste bewirtet werden. Jens Müller, Geschäftsführer des “Aposto” in der Geyerswörtstraße, schätzt das Hilfsangebot der Stadt, er selbst muss darauf aber nicht zurückgreifen: “Nach unserem Pachtvertrag können wir sogar eine größere Fläche bestuhlen, als wir es bisher tun – die nutzen wir jetzt aus. So können wir draußen unter Einhaltung aller Abstandsregeln trotzdem noch 111 Personen Platz bieten.” Müller sieht die Herausforderung darin, auch alle Gäste dafür zu sensibilisieren, sich an die neuen Regeln zu halten – das Masken tragen, wenn sich nicht am Tisch befunden wird, dass es keine freie Platzwahl mehr gibt, sondern Tische zugewiesen werden und dass am Eingang die Daten des Gastes aufgenommen werden. “Es ist wie eine Neueröffnung und vor allem ein Lernprozess, wir müssen uns auf eine neue Situation einstellen”, so Müller.

Voraussetzungen für Flächen-Vergrößerung

Voraussetzungen für eine kostenfreie Flächenvergrößerung sind eine bereits bestehende Ausschankfläche und dass die Rettungs-, Geh- und Radwege freigehalten werden. Deshalb muss sich auch jeder Betrieb zunächst an die Wirtschaftsförderung wenden. Die Stadtverwaltung prüft anschließend schnellstmöglich jeden einzelnen Fall und beantwortet diesen kostenfrei. Ebenso wird auch die Erweiterung der Freischankfläche keine zusätzlichen Gebühren mit sich bringen. Diese Voraussetzungen sind beim “MorgenMahl Deli” am Pfahlplätzchen erfüllt – Inhaberin Franziska Heerwagen hat die Möglichkeit genutzt: “Durch das Hilfsangebot der Stadt sind wir, unseren Außenbereich betreffend, ganz gut weggekommen. Wir konnten die Fläche im Rahmen des Möglichen etwas erweitern und verlieren dadurch nur wenige Plätze. Im Innenbereich ist das dann schon schwieriger und jetzt alles wieder hochzufahren, ist gar nicht so einfach. Aber wir bieten auch weiterhin alle Speisen und Getränke To-Go an für die Gäste, die keinen Platz bekommen oder das Angebot weiter nutzen wollen und warten ab, was der erste Monat so bringt”.

Weitere Informationen zur kostenfreien Vergrößerung der Freischankflächen erhalten Gastronomen bei der Wirtschaftsförderung der Stadt Bamberg unter wifoe@stadt.bamberg.de, Tel.: 87-1313.

Foto: Elena Rauschert