Neue Arena für Brose Bamberg: Kein Umzug nach Nürnberg

Neue Arena für Brose Bamberg: Kein Umzug nach Nürnberg
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Machbarkeitsstudie: 10.000 Zuschauer fassende Halle bisher nur Vision

Derzeit erfüllt die Brose Arena als Heimspielstätte der lokalen Korbjäger und Multifunktionshalle ihre volle Funktion. Ob sie perspektivisch durch eine neue Halle beerbt wird, steht aktuell noch in den Sternen des Basketballhimmels. Einen Umzug nach Nürnberg wird es dagegen nicht geben.

Parkplatz der brose ARENA mit Parkscheinautomaten ausgerüstet

Bambergs aktuelle Multifunktionshalle, die BROSE ARENA, könnte bald von einer neuen Arena abgelöst werden.

Die Konkurrenz schläft nicht. Besonders den Druck aus München spüren die Bamberger Korbjäger im Nacken. Gerade deshalb machen sich die Oberfranken Gedanken um die Zukunft – und um eine neue Highend-Arena. Denn: Es geht darum, über die nächste Dekade die Spitzenposition im deutschen Basketball zu verteidigen.

Eine neue Studie soll nun klären, ob die Region Bamberg überhaupt einen Neubau verträgt. Die Vision: Spitzenbasketball bieten und bei entsprechendem Marketing verstärkt Publikum und Sponsoren aus der Metropolregion Nürnberg-Fürth-Erlangen ansprechen. Ein bis zwei Spiele pro Saison in Nürnberg untermauern das Ansinnen bereits erfolgreich. “Wir wissen, das Bamberg vom Basketball durchdrungen ist, wollen aber den Kreis in der Metropolregion weiter ziehen”, heißt es auf der vereinseigenen Webpräsenz. Eine neue Halle wäre dagegen erst der “zweite Schritt”.

Verein schließt Umzug nach Nürnberg aus

Das ehemalige Post-Gelände an der Memmelsdorfer Straße steht im Raum, einen Exodus der Korbjäger gen Noris muss dagegen niemand befürchten. Abseits des Standortes Bamberg ist es also zu früh, über ein derartiges Mammutprojekt zu spekulieren, stattdessen scheint eine Bestandsanalyse zweckdienlich. Die Zahl der Veranstaltungen beziffert Horst Feulner, Geschäftsführer der Brose Arena Betriebsgesellschaft, derzeit jährlich mit 120, wovon etwa 80 bis 100 in der Arena direkt, die Übrigen in der 640 Quadratmeter großen Business Lounge stattfinden.

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Einen Umzug von Bambergs Basketballern nach Nürnberg wird es aber nicht geben.

Jedes Jahr besuchen demnach bis zu 380.000 Menschen die Brose Arena. Auch finanziell steht der Veranstaltungsort solide dar: Insgesamt gelinge es, die schwarze Null zu halten, sagen die Verantwortlichen. “Gegen Teams der unteren Tabellenregion ist die Kapazität ausreichend”, so Feulner. Gleichwohl aber sagt der Geschäftsführer: “Wenn Barcelona, Madrid oder Istanbul im Rahmen der Euroleague kommen oder die Playoffs anstehen, könnte man nach unserer Erfahrung deutlich mehr Tickets verkaufen.”

Auch bei sportfernen Veranstaltung wie Konzerten ist Luft nach oben. “Wir haben die drittgrößte Halle im Freistaat, entsprechend orientieren sich große Künstler tendenziell an der Olympiahalle in München und dem bevölkerungsstarken Nürnberg”, erklärt der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft. Mit einer Arena auf dem neuesten Stand der Technik könnte man auch hier konkurrieren und mehr als die bislang möglichen 8000 Tickets absetzen.

Diskussionsrunde mit den Fans am 5. Juli

Gleichwohl schätzt Feulner die Investitionskosten jenseits der 50 Millionen Euro. Ohne einen Sponsor könne die Stadt das nicht stemmen, davon gehen die Arena-Verantwortlichen aus. Allein bei Planung und Bauzeit ist wohl mit rund drei Jahren zu rechnen: Ob und wann eine neue Arena in die Domstadt kommt, ist also völlig offen.

“Von einem Datum für einen Spatenstich ist man noch meilenweit entfernt und zwei Hallen nebeneinander zu betreiben, halte ich aus betriebswirtschaftlicher Sicht in einer Stadt wie Bamberg für absolut ausgeschlossen”, so Feulner. Bis ein möglicher Umzug stattfindet, haben die Fans von Brose Bamberg sicherlich nichts dagegen, noch den ein oder anderen Erfolg in der aktuellen Arena zu feiern. Vielleicht ja bereits am Sonntag mit der dritten Meisterschaft in Serie.

Am Mittwoch, den 5. Juli 2017, lädt Brose Bamberg seine Fans in die Arena ein, um unter Beteiligung von Michael Stoschek und Geschäftsführer Rolf Beyer den Status Quo, Fragen und Anregungen zu diskutieren.

Fotos: Matthias Schramm