Patrick Miller führt Brose Bamberg in die zweite FEC-Runde

Patrick Miller führt Brose Bamberg in die zweite FEC-Runde
Sport

Bambergs Basketballer holen sich mit konzentrierter Defense den Sieg in Ylli

Brose Bamberg hat den Einzug in die zweite Gruppenphase des FIBA Europe Cups geschafft. Am sechsten und letzten Spieltag der Gruppe A holte sich das Team um Kapitän Christian Sengfelder bei Golden Eagle Ylli mit 76:60 den für das Weiterkommen noch erforderlichen Sieg. Angeführt wurden die Bamberger dabei von Patrick Miller, der als Topscorer der gesamten Partie 21 Zähler auflegte.

FIBA Europe Cup 22/23 - Gruppe A, 3. Spieltag: Brose Bamberg vs. Golden Eagle YlliDen Grundstein zum Erfolg legten die Oberfranken, die damit als Zweitplatzierter hinter den NINERS Chemnitz in die nächste Runde einzogen, allerdings in der Defense, wo man über weite Strecken der Partie eine konzentrierte Leistung zeigte und den Kosovaren – anders als noch im Hinspiel – vor allem den Dreier wegnahm (Ylli traf insgesamt nur 5/19, Bamberg 7/23). Ein weiterer Positivpunkt war Broses starke Reboundarbeit, bei der sich neben Kapitän Sengfelder (7), auch das Big Man-Duo Young/Chachashvili mit je acht eingesammelten Abprallern hervorhob. Bamberg gewann das Duell am Brett deutlich mit 47:28 (19:7 Offensivrebounds).

Reaves & Chachashvili trumpfen auf

Vor fast leeren Rängen in Prizren (100 Zuschauer besuchten am Abend die extrem kalte Sezai Surroi Arena) brauchten beide Mannschaften ein paar Minuten, um auf Betriebstemparatur zu kommen. Anschließend duellierten sich die Teams bis zur siebten Spielminute auf Augenhöhe, was einen ausgeglichenen Score von 13:13 zur Folge hatte. Nach dem Ausgleichstreffer von Henrik Sirko zogen die Oberfranken allerdings vor allem defensiv an und gestatteten der Heimmannschaft in der Folgezeit kaum noch gute Wurfmöglichkeiten. Im eigenen Angriff legten Spencer Reaves und Gabriel Chachashvili mit je fünf Punkten einen schnellen 10:0-Run zum 23:13 (9. Min.) aufs Parkett.

Jay Threatt beendete mit seinem Dreier zum 16:23 daraufhin nicht nur den Bamberger Zwischenspurt, sondern auch das erste Viertel, doch Broses „doppelter Patrick“ (Heckmann und Miller) stellten gleich zu Viertelbeginn die zweistellige Führung wieder her (27:16, 12. Min.). Viel weiter kamen die Bamberger jedoch nicht mehr weg, da zum einen die Würfe nicht so zielorientiert den Weg in den Korb fanden und zum anderen musste Coach Oren Amiel das Spiel seiner Mannen etwas umstrukturieren, da Amir Bell verletzungsbedigt ausfiel. Der Bamberger Backup-Point Guard verletzte sich Ende des ersten Viertels und kam fortan nicht mehr zum Einsatz, sodass Spencer Reaves, Kevin Wohlrath oder auch Jaromir Bohacik auf der eins aushelfen mussten, um Patrick Miller die notwendigen Verschnaufpausen auf der Bank zu verschaffen.

Ylli kommt immer wieder zurück

Genau diese Phasen wussten die Kosovaren zumeist geschickt zu nutzen, auch wenn deren Trefferquote zur Pause nur unwesentlich besser war, als die der Oberfranken (42:41 Prozent). Dafür packte insbesondere Gabriel Chachashvili beim Rebound ordentlich zu, griff sich bis zum Seitenwechsel bereits acht Abpraller (vier offensiv) und half seiner Mannschaft somit, die Führung zumindest annähernd um die zehn Punkte zu halten. In der Schlussphase des ersten Durchgang streute Patrick Miller noch fünf Punkte in Serie ein und ebnete damit den Weg zur 43:32-Pausenführung, die Kevin Wohlrath mit dem Buzzer besiegelte.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit schien es so, als wolle Brose letzte Zweifel am Spielausgang beseitigen, denn Patrick Miller und fünf Zähler von Solomon Young brachten die Oberfranken schnell mit 16 Punkten in Front (50:34, 23. Min.). In den verbleibenden sieben Minuten des dritten Viertels verloren Miller & Co. dann aber wieder ihren Rhythmus und holten Ylli durch eigene Ballverluste (am Ende stehen 19 in der Statistik, bei Ylli 18), schlechte Abschlüsse und zum Teil schlampiger Defene zurück ins Spiel. Bis auf 51:54 kam der Hausherr wieder heran, ehe Spencer Reaves mit viertelübergreifenden sieben Punkten in Serie wieder für eine zweistellige Differenz sorgte (61:51, 33. Min.).

Bamberg lässt sich den Vorsprung nicht mehr nehmen

FIBA Europe Cup 22/23 - Gruppe A, 3. Spieltag: Brose Bamberg vs. Golden Eagle YlliDoch es blieb weiter eine Zitterpartie, in der auch die Kosovaren, für die es sportlich zwar um nichts mehr ging, dennoch weiter alles in die Waagschale warfen. Allerdings stabilisierten sich die Amiel-Jungs wieder in der Verteidigung und erlaubten ihrem Gegenüber lediglich noch neun weitere Zähler. Über Freiwürfe bauten die Oberfranken ihren Vorsprung wieder zweistellig aus und ließen sich diesen dann auch nicht mehr nehmen. In den Schlussminuten nutzte Oren Amiel die Gunst der Stunde und verschaffte seinen Youngstern Tyrese Blunt und Jannis Sonnefeld etwas Spielzeit auf internationalem Parkett. Beide nutzten ihre Chance und verbuchten die letzten drei Bamberger Punkte (Blunt ein Freiwurftreffer, Sonnefeld per Dunk) zum 76:60-Endstand.

Mit vier Siegen aus sechs Partien zieht Brose Bamberg nun als Zweiter der Gruppe An in die nächste Gruppenphase des FIBA Europe Cups ein. In Gruppe L treffen die Oberfranken ab dem 14. Dezember auf Keravnos aus Zypern, Wloclawek aus Polen und Oradea aus Rumänien.

Golden Eagle Ylli: Davis (15 Punkte), Threatt (13), Harris (9), Morina (9), Bashir (7), Bunjaku (5), Sirko (2), Armstead, Shala, Pepaj, Imeri
Brose Bamberg: Miller (21), Reaves (12), Chachashvili (11), Sengfelder (8), Young (8), Bohacik (7), Wohlrath (4), Heckmann (2), Sonnefeld (2), Blunt (1), Bell

Fazit von Brose-Headcoach Oren Amiel:

„Der Schlüssel heute war unsere gute Verteidigung. Im Hinspiel haben sie uns noch einen Dreier nach dem anderen eingeschenkt, das haben wir ihnen heute weggenommen. Zudem haben wir den Rebound über weite Strecken des Spiels sehr gut kontrolliert. Am Ende war es kein schönes Spiel, aber ein Sieg ist ein Sieg und wir stehen in der zweiten Runde. Das ist alles, das zählt!“

Trainerstimme: Medieninformation Brose Bamberg
Logo: Brose Bamberg
Header-Hintergrundbild & Fotos: Matthias Schramm