Fabien Causeur: “Wir sind bereit für Maccabi”

Fabien Causeur: “Wir sind bereit für Maccabi”
Sport

Brose Bamberg will sich in Israel “endlich für die gute Arbeit belohnen”

Nach drei Heimspielen in Serie muss Brose Bamberg jetzt wieder auf Reisen gehen. Der Spielplan der Turkish Airlines Euroleague führt den deutschen Meister am Mittwoch nach Israel, genauer gesagt nach Tel Aviv, wo ab 18:45 Uhr der fünffache Euroleague-Champion Maccabi Tel Aviv wartet.

Turkish Airlines Euroleague - 7. Spieltag: Brose Bamberg vs. Roter Stern Belgrad

Fabien Causeur und Brose Bamberg sind bereit für Tel Aviv.

Die Israelis, die letztmals 2014 die Euroleague-Trophäe in die Höhe recken durften, mussten in der vergangenen Woche eine 77:86-Heimniederlage gegen Anadolu Efes Istanbul und damit das Ende ihrer Drei-Spiele-Siegesserie hinnehmen. Dennoch steht das Team von Cheftrainer Rami Hadar nach leichten Startschwierigkeiten mit einer aktuell ausgeglichenen Bilanz (5:5) auf Rang sechs. Diesen behauptet Tel Aviv dank des besten Korbverhältnisses vor vier weiteren Mannschaften mit der selben Bilanz.

Weit abgeschlagen davon rangiert Brose Bamberg mit nur zwei Siegen derzeit auf dem letzten Tabellenplatz. Doch gerade jetzt – mit der Roten Laterne im Gepäck – hat der deutsche Meister nichts mehr zu verlieren und will auch in Israels Großstadt bis zur letzten Sekunde um den Sieg kämpfen. Bislang fehlten den Bambergern in fast allen Euroleague-Partien nur Kleinigkeiten, um den Ausgang in eine andere Richtung zu lenken. Dies erkannte auch Andrea Trinchieri nach der tollen Aufholjagd seiner Mannschaft im letzten Spiel gegen das Überteam aus Moskau an: “Am Ende sind es Kleinigkeiten die uns fehlen. Diese Kleinigkeiten müssen wir lernen.”

Vorsicht vor Devin Smith!

Turkish Airlines Euroleague - 10. Spieltag: Brose Bamberg vs. ZSKA Moskau

Unter den Körben bei den Rebounds wartet Schwerstarbeit auf Daniel Theis & Co.

In wieweit dieser Lernprozess schon fortgeschritten ist, wird sich am Mittwoch in der Menora Mivtachim Arena zeigen. Vor allem defensiv müssen die Mannen um Kapitän Elias Harris hellwach sein. Tel Aviv verfügt mit Andrew Goudelock über einen herausragenden Scorer, der 16 Punkte im Schnitt markiert. Knapp dahinter – mit nur zwei Punkten weniger – rangiert Devin Smith, an den die Oberfranken bei ihrem letzten Gastspiel in Israel keine guten Erinnerungen haben. Dank dieser beiden US-Boys ist Maccabi eine der treffsichersten Mannschaften im gesamten Wettbewerb. Dieser Umstand hat natürlich zur Folge, dass es wenig Offensivrebounds abzugreifen gibt, weshalb sich die Israelis defensiv voll reinhängen. Über den bereits erwähnten Devin Smith (6,2 rpg.) und dem 2,13 Meter großen Colton Iverson (5,2 rpg.) sammelt der Tabellensechste über 25 Abpraller am eigenen Brett ein, was dem Gegner naturgemäß wenig zweite Wurfchancen ermöglicht.

Treffen ehemaliger Weggefährten

Unterstützung beim Rebounding bekommen Smith und Iverson von einem alten Bekannten: Maik Zirbes – von 2012 bis 2014 im Brose-Dress – kommt in der Euroleague in 16 Minuten Spielzeit auf knapp neun Punkte und drei Rebounds im Schnitt. Aus Bambergs aktuellem Kader kennt jedoch nur noch Elias Harris den deutschen Nationalcenter. Das Hauptaugenmerk wird allerdings auf Goudelock. Sowohl Bambergs Headcoach, als auch Nikos Zisis und Vladimir Veremeenko wissen aus der gemeinsamen Zeit bei Unics Kasan noch um die Stärken des 1,91 Meter großen Guards.

Da aber auch jederzeit andere Spieler, wie zum Beispiel in Maccabis letzter Partie Victor Rudd (21 Punkte), das Ruder an sich reißen können, wird es erneut ein schweres Spiel für Brose Bamberg. “Vor allem in heimischer Halle, vor ihren eigenen, lautstarken Fans sind sie kaum zu bezwingen”, weiß Fabien Causeur. Der Franzose ist sich aber auch darüber im Klaren, was er und seine Mitspieler tun müssen, um eine Siegchance zu haben: “Wir müssen da ansetzen, wo wir in der zweiten Halbzeit gegen Moskau aufgehört haben. Am Ende haben uns nur Details gefehlt. Daran haben wir gearbeitet und sind nun bereit für Maccabi. Wir sind eine psychisch starke Mannschaft, die Niederlagen, seien sie auch noch so bitter, wegsteckt. Jetzt ist es an uns, uns endlich einmal für die gute Arbeit zu belohnen.”

Fotos: Matthias Schramm