Ein musikalisches Ereignis der besonderen Art füllte am vergangenen Montag das Foyer der HUK-COBURG bis auf den letzten Platz.
Der Verein e. V. Coburg präsentierte unter dem Titel „Classical Trumpet meets Jazz“ einen außergewöhnlichen Abend mit der französischen Trompeterin Lucienne Renaudin Vary und dem deutschen Pianisten Tim Allhoff – ein Duo, das stilistische Grenzen mit Leichtigkeit überwindet und dabei neue Klangwelten erschließt.
Die beiden Ausnahmemusiker:innen zeigten eindrucksvoll, wie harmonisch sich klassische Werke und Jazzimprovisationen miteinander verweben lassen. Das Publikum erlebte ein vielseitiges Programm, das von barocken Tönen Johann Sebastian Bachs über die elegante Ironie Jean Françaix’ bis hin zu Evergreens von George Gershwin, Nat ‚King‘ Cole und den Beatles reichte.
Lucienne Renaudin Vary, Jahrgang 1999, gilt als eine der gefragtesten jungen Trompeterinnen Europas. Sie wurde bereits im Alter von 17 Jahren mit einem Victoires de la Musique Classique-Preis ausgezeichnet und begeistert seither sowohl Klassikliebhaber:innen als auch Jazzfans. Ihre klassische Ausbildung absolvierte sie am renommierten Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse in Paris, ließ sich aber nie auf ein Genre festlegen. Das Improvisieren, das Spiel mit dem Klang, ist für sie ebenso selbstverständlich wie die Interpretation klassischer Partituren.
Ihr musikalischer Partner an diesem Abend, Tim Allhoff, zählt zu den interessantesten Stimmen der deutschen Jazzszene. Er studierte Jazzklavier an der Hochschule für Musik und Theater München und erhielt unter anderem den ECHO Jazz als „Newcomer des Jahres“. Als Komponist und Arrangeur ist er für seine genreübergreifende Arbeit bekannt – viele seiner Werke bewegen sich an der Schnittstelle von Jazz, Pop und Klassik. In seinen Soloalben sowie als Arrangeur für Künstler:innen wie Nils Mönkemeyer oder die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen demonstriert er regelmäßig seine Fähigkeit, musikalische Stile sensibel zu verweben.
Bei ihrem Auftritt in Coburg standen nicht nur technische Virtuosität und musikalische Raffinesse im Vordergrund, sondern vor allem die Freude am gemeinsamen Spiel. Renaudin Varys samtig-weicher Trompetenton verschmolz auf beeindruckende Weise mit Allhoffs nuancenreichem Klavierspiel. Mal temperamentvoll und rhythmisch pulsierend, mal poetisch und kontemplativ – das Programm ließ keinen Zweifel daran, dass sich hier zwei Künstler:innen mit echter künstlerischer Seelenverwandtschaft begegneten.
Das Publikum honorierte die Darbietung mit langanhaltendem Applaus und stehenden Ovationen. Viele Zuhörer:innen zeigten sich begeistert von der lockeren Moderation der Künstler:innen, die zwischen den Stücken charmant durch den Abend führten und dabei auch Einblicke in ihre musikalischen Werdegänge und Inspirationsquellen gaben.
Mit diesem Konzert setzte der Verein e. V. Coburg ein weiteres Ausrufezeichen in seinem Engagement für kulturelle Vielfalt und musikalische Qualität in der Region.
































