117 Punkte! Brose-Team brilliert in der Champions League

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Sport

Brose Bamberg zündet gegen Saragossa ein Offensivfeuerwerk – Larson feiert Comeback

Brose Bamberg hat in der Basketball Champions League nach zwei Niederlagen zum Auftakt der Playoff-Gruppe L am dritten Spieltag ein Lebenszeichen gesendet – und was für eins. Im Rückspiel gegen Casademont Saragossa gelang der Truppe von Johan Roijakkers auf heimischem Parkett von der ersten bis zur letzten Minute nahezu alles, sodass am Ende ein furioser 117:76-Sieg auf der Anzeigetafel stand.

Basketball Champions League 20/21, Gruppe L - 6. Spieltag: Brose Bamberg vs. Casademont SaragossaDabei schien die Begegnung, in der Bamberg eigentlich zum Siegen verdammt war, wollte man seine Final8-Chancen wahren, zunächst unter keinem guten Stern zu stehen. Neun Minuten vor Spielbeginn mussten Coach Johan Roijakkers und das Team die Hiobsbotschaft verkraften, dass David Kravish seiner Patellasehnenreizung, an der er bereits seit einiger Zeit laboriert, Tribut zollen und passen musste. Dafür rückte Tyler Larson ins Aufgebot und kam so überraschend zu seinem Comeback nach mehrmonatiger Verletzungspause.

Nach drei Minuten aufgedreht

Aufgrund der starken Anfangsphase von Saragossas Rasheed Sulaimon verliefen die ersten Minuten noch ausgeglichen (7:7, 3. Min.), ehe Brose Bamberg spürbar an beiden Seiten des Feldes anzog. Zwei Dreier von Bennet Hundt und Christian Sengfelder verschafften den Oberfranken nicht nur erstmals ein klein wenig Luft, sondern fungierten als Stichflamme eines wahren Offensivfeuerwerks, welches von nun an bis zum Ende der Partie abgebrannt wurde.

Aber auch defensiv packten die Brose-Boys ordentlich zu und gestatteten den Spaniern durch ihre bissige Herangehensweise kaum einfache Würfe. So war es kein Wunder, dass Bamberg schon im ersten Viertel an der zweistelligen Führung schnupperte. Diese besorgte dann Chase Fieler in der 13. Spielminute, als er einen weiteren Distanzwurf zum 36:26 einnetzte. Auch danach blieb Brose am Drücker: Hinten ließ man kaum etwas zu und vorne regnete es weiter Dreier. Elfmal schlossen Michele Vitali & Co. im ersten Durchgang von “downtown” ab und hatten so zur Halbzeit auch den direkten Vergleich – Bamberg brauchte eine Differenz von mindestens 13 Zählern – auf der Habenseite (55:40).

Wer nun im zweiten Durchgang mit der großen spanischen Aufholjagd rechnete, sah sich getäuscht. Brose Bamberg brillierte vor allem offensiv weiter und verbuchte allein im dritten Viertel starke 34 Punkte. Nachdem Bennet Hundt nach etwas mehr als 22 absolvierten Minuten die 20-Punkte-Marke (64:43) durchbrochen hatte und zwischenzeitlich auch Comebacker Tyler Larson seine ersten Zähler von der Freiwurflinie markieren konnte, war es Shevon Thompson, der als Hauptvertretung für Kravish auf der Centerposition ein bärenstarkes Spiel ablieferte und zweieinhalb Minuten vor der Viertelpause den Hakenwurf zum 84:54 versenkte.

Bamberg lässt nicht locker

Basketball Champions League 20/21, Gruppe L - 6. Spieltag: Brose Bamberg vs. Casademont SaragossaIm Schlussviertel kam die Mannschaft um den Ex-Bamberger Elias Harris noch einmal etwas auf und verkürzte mit drei schnellen Dreiern 67:93 (33. Min.). Die Hausherren verloren aber nicht ihren Fokus und erstickten jegliche Gäste-Hoffnungen auf den direkten Vergleich im Keim. Rund fünf Minuten vor dem Ende machte Christian Sengfelder den Hunderter voll und da Brose auch in der Schlussphase nicht nachließ, hatte dies am Ende beim 117:76 den bislang höchsten Sieg der laufenden Saison zur Folge.

In einer furiosen Partie war Brose Bamberg seinem Kontrahenten in allen Belangen klar überlegen: 21 erfolgreiche Dreier dienten dabei genauso als Grundstein des Erfolgs, wie die über 40 Minuten bissige Verteidigung. Zusätzlich gewann Brose das Rebound- (41/33) und Assistduell (26/16) und leistete sich lediglich acht Ballverluste (Saragossa elf). Der Effektivitätswert betrug am Ende sensationelle 148. Angeführt von “Mr. 100 Prozent” Michele Vitali (23 Punkte, 8/8 aus dem Feld, 6/6 Dreier, 1/1 Freiwürfe) kamen sechs Bamberger auf eine zweistellige Punktausbeute und rundeten damit eine perfekte Teamleistung ab.

Brose Bamberg: Vitali (23 Punkte), Thompson (17), Fieler (17), Hall (16), Sengfelder (13), Hundt (12), Lockhart (7), Ogbe (7), Ruoff (3), Larson (2)
Casademont Saragossa: Wiley (18), Sulaimon (16), Brussino (12), Harris (10), Ennis (8), Barreiro (6), Hlinason (4), Fernandez (2), San Miguel, Garcia, Benzing, Font

Fazit von Brose-Headcoach Johan Roijakkers:

“Gratulation an meine Spieler, sie haben heute ein fantastisches Spiel abgeliefert. Sie haben stürmisch begonnen und der Sturm hat nie nachgelassen. Wir hatten über 40 Minuten die richtige Energie in der Verteidigung. Und selbst, wenn jemand mal einen Fehler gemacht hat, dann war der andere da und hat ihn ausgebügelt. Das Energielevel ging nie nach unten. Damit hatten wir ja beim MBC etwas Probleme, dass wir den Fokus nicht immer ganz hochhalten konnten. Durch den kurzfristigen Ausfall von Kravish mussten wir fünf Minuten vor Spielbeginn umstellen. Larson sollte eigentlich noch gar nicht spielen, musste er dann aber. Dazu musste Ruoff auf die Position vier. Das alles haben meine Spieler extrem gut weggesteckt und sich davon nicht beeindrucken lassen. Am Ende war es ein großer Sieg von uns, der unsere Hoffnungen auf das Final8 am Leben hält.”

Trainerstimme: Medieninformation Brose Bamberg
Fotos: Matthias Schramm