76:67-Sieg! Bamberger Mini-Rotation trotzt Berlin

76:67-Sieg! Bamberger Mini-Rotation trotzt Berlin
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Brose Bamberg beendet Berliner Siegesserie – Chris Sengfelder mit Rekord-Double-Double

Paukenschlag von Brose Bamberg! Keine 48 Stunden nach der enttäuschenden Niederlage bei Aufsteiger Chemnitz zeigten die Mannen von Cheftrainer Johan Roijakkers wieder ihr anderes Gesicht. In einer mitreisenden Partie zeigten die Oberfranken einmal Mehr, was in ihnen steckt – und das ohne fünf verletzte Akteure. Am Ende stand mit dem 76:67-Erfolg über ALBA BERLIN der sechste Heimsieg der Saison.

easyCredit BBL 20/21 - 20. Spieltag: Brose Bamberg vs. FC Bayern München BasketballOhne Larson, Lockhart, Ruoff, Fieler und Grüttner-Bacoul, dazu ein angeschlagener Elias Baggette – Coach Johan Roijakkers war an diesem Sonntagnachmittag nicht um seinen Job zu beneiden, doch der Niederländer fand einen guten Weg. Im groben Zwei-Minuten-Rhythmus rotierte der Coach auf den Guard-Positionen durch und verschaffte seinen verbliebenen Akteuren die notwendigen Verschnaufpausen. Der einzige, der die Sitzmöglichkeiten auf der Auswechselbank nur in den Auszeiten nutzen konnte, war Christian Sengfelder. Der Power Forward, der ab Montag mit der Nationalmannschaft in der Länderspiel-Bubble in Montenegro weilt, stand die vollen 40 Minuten auf dem Parkett und lief dabei zur Höchstform auf. Mit satten 31 Punkten, bei einer Trefferquote von 60 Prozent aus dem Feld, und starken 17 Rebounds (sechs offensiv) lieferte Broses Nummer 43 eine Gala-Vorstellung ab und stellte sein persönliches Rekord-Double-Double auf.

Auf Sengfelder war Verlass

So war es auch keine Überraschung, dass es bereits zu Beginn der Partie Chris Sengfelder war, der dafür sorgte, dass seine Farben gut aus den Startlöchern kamen. Allein im ersten Viertel netzte Sengfelder elf Punkte ein und war zusätzlich am offensiven Brett und in der Defense die treibende Kraft. Vor allem bei den Offensivrebounds packten die Oberfranken ordentlich zu und hielten sich oftmals über zweite oder dritte Wurfchancen im Spiel. Berlin auf der Gegenseite tat sich gegen Bambergs hautenge Defense zwar schwer, agierte jedoch gewohnt abgeklärt, sodass es nach zehn Minuten 20:20 stand.

Obwohl Bamberg auch gut ins zweite Viertel startete (24:20, 11. Min.) waren es in der Folge die Albatrosse, die an beiden Seiten des Feldes den Ton setzten und sich über einen 18:5-Run eine Neun-Punkte-Führung (38:29, 17. Min.) erarbeitete. Nach dieser kurzen Schwächephase sammelten sich die Hausherren aber wieder und schlugen über Michele Vitali (Dreier) und Shevon Thompson, der an diesem Sonntagnachmittag sein mit Abstand bestes Spiel im Bamberger Trikot machte, zurück. Ein eigener 7:0-Lauf bescherte den 36:38-Halbzeitstand aus Sicht von Brose Bamberg.

Kampfgeist und Einsatz werden belohnt

easyCredit BBL 20/21 - 20. Spieltag: Brose Bamberg vs. FC Bayern München BasketballSo gut die letzten 120 Sekunden der ersten Halbzeit waren, so schlecht waren die ersten 90 Sekunden des zweiten Durchgangs. Berlin kam voll fokussiert aus der Kabine und machte mit einem schnellen 8:0-Start (Lammers und zwei Eriksson-Dreier) deutlich, dass man hier gerne eine frühzeitige Entscheidung herbeiführen möchte. Trotz Mini-Rotation stemmte sich Brose aber gegen die drohende Heimniederlage und hatte ja immer nopch Christian Sengfelder. Ein AND1 und ein Dreier des Bambergers bedeuteten bis Mitte des Abschnitts wieder den 42:46-Anschluss. Doch damit nicht genug: Brose setzte weiter nach und erkämpfte sich nach einem weiteren 7:0-Run die erneute Führung (51:50). Da aber auch Berlin Konterqualitäten hat, ging es mit einem ausgeglichenen Spielstand (53:53) in den finalen Abschnitt.

Dort blieb es zunächst weiter eng und die Führung wechselte mehrmals hin und her. Mit Beginn der Crunchtime nahm sich auch Devon Hall, der bis hierhin einen seiner schwächeren Tage erwischte, ein Herz und netzte zwei Dreier schnell hintereinander ein. Dazu gab es noch einen Korbleger vom nimmermüden Sengfelder – drei Minuten vor dem Ende führte Bamberg 69:62 und hatte die Sensation in der Hand. Über Tim Schneider bäumten sich die Hauptstädter noch einmal auf, doch die “Albakiller” blieben cool und machten über den ebenfalls stark agierenden Michele Vitali den Deckel drauf. Brose Bamberg feierte so einen hochverdienten 76:67-Heimsieg über den amtierenden deutschen Double-Champion und sammelte zwei wichtige Punkte im Playoff-Kampf.

Während es für Chris Sengfelder, Bennet Hundt und Kenny Ogbe jetzt zur deutschen Nationalmannschaft geht und Michele Vitali zur Auswahl Italiens reist, haben die restlichen Brose-Akteure etwas Zeit zum Durchschnaufen. Nach Auskunft von Coach Johan Roijakkers wird Devon Hall eine Woche nach Hause reisen, der Rest des Teams bleibt in Bamberg und wird vor allen Dingen individuell trainieren. Zudem liegt der Fokus auf den verletzten Spielern, um diese schnellstmöglich wieder einsatzfähig zu bekommen. Weiter geht es im Ligaspielbetrieb am 28. Februar. Dann erwartet Brose Bamberg die FRAPORT SKYLINERS zum Rückspiel.

Brose Bamberg: Sengfelder (31 Punkte), Vitali (18), Hall (10), Thompson (8), Ogbe (5), Kravish (4), Hundt
ALBA BERLIN: Eriksson (16), Lammers (10), Olinde (9), Fontecchio (9), Schneider (8), Delow (5), Sikma (4), Lô (3), Thiemann (3), Mattisseck

Fazit von Brose-Headcoach Johan Roijakkers:

“Danke für die Glückwünsche. Wir gehen personell auf dem Zahnfleisch. Meine Jungs haben heute alles aus sich rausgeholt. Dazu hatten wir in einigen Phasen auch das nötige Glück, das es manchmal braucht, um solche Spiele zu gewinnen. Wir haben uns keine Foulprobleme leisten können. Das haben wir hinbekommen. Chris Sengfelder war einfach nur großartig. Aber auch Thompson hat heute sein bestes Spiel für uns gemacht. Vitali war Vitali und in den entscheidenden Phasen hat Devon Hall ‚Big Shots‘ getroffen. Jeder hatte seine Momente. Ogbe war überall, hat gereboundet, geblockt. Bennet Hundt hatte am Ende die Übersicht. Alles in allem also eine großartige Teamleistung.”

Trainerstimme: Medieninformation Brose Bamberg
BBL- & Klub-Logos: easyCreditBBL
Header-Hintergrundbild & Fotos: Matthias Schramm