Profitieren Bamberg und der Landkreis vom Tourismus?

Profitieren Bamberg und der Landkreis vom Tourismus?
Nachrichten

Neue Studien “Wirtschaftsfaktor Tourismus” liegen vor

Die Studie “Wirtschaftsfaktor Tourismus” wurde kürzlich im städtischen Kultursenat vorgestellt. Und auch der Landkreis hatte eine Studie in Auftrag gegeben. Die neuesten Zahlen, die aus einer Erhebung des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts (DWIF) in München stammen, legen offen, dass sich die Bedeutung des Tourismus als wichtiger und unverzichtbarer Wirtschafts- und Entwicklungsfaktor für die Stadt Bamberg und den Landkreis in den vergangenen Jahren enorm entwickelt hat.

Umsätze und Zahlen in Bamberg

Landtourismus

Besucher auf einem Bierkeller in Buttenheim.
© FrankenTourismus, A. Hub

Fast acht Millionen Tagesbesucher sorgen in der Domstadt für knapp 206 Millionen Euro Umsatz. Die Übernachtungsgäste hingegen für knapp 124 Millionen Euro Umsatz. Das macht summa summarum rund 330 Millionen Euro Bruttoumsatz. Das Gastgewerbe mit rund 160 Millionen Euro und der Einzelhandel mit gerundeten 103 Millionen Euro profitieren dabei am meisten. Soweit einige der vorliegenden Zahlen.

Umsätze und Zahlen im Landkreis

Bei den Gästeübernachtungen zeichnet sich mit rund 587.000 eine deutliche Zunahme ab. Die Zahl der Tagesgäste ist von 4 auf 5 Millionen angestiegen. Bei insgesamt gestiegenen Tagesausgaben der Gäste konnte der Gesamtbruttoumsatz um rund 28% auf nun 164 Mio. EUR gesteigert werden. Von diesem verbleiben nach Abzug von Steuern und Vorleistungen 75,8 Mio. Euro als touristischer Einkommensbeitrag im Landkreis, davon können rechnerisch 2.700 Personen ihr Einkommen beziehen, der Tourismus ist somit ein wichtiger Jobmotor. Gastgewerbe, Einzelhandel und Dienstleistungen profitieren unterschiedlich vom Tourismus, wobei das Gastgewerbe mit rund 80 Millionen Euro knapp die Hälfte des Gesamtumsatzes aufweist.

Wer profitiert dabei?

Dass der Tourismus zu einem tragenden Wirtschafts- und Standortfaktor für Stadt und Region geworden ist, wird durch diese Zahlen nun noch einmal untermauert. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem durch den Tourismus entstandenen und enorm gewachsenen Beschäftigungseffekten. Somit ist der Tourismus laut der DWIF-Studie rein rechnerisch gesehen der zweitwichtigste Arbeitgeber in der Stadt.

Der Landkreis, Bamberg und seine Touristen

Landrat Johann Kalb und Thomas Reichert von der Wirtschaftsförderung am Landratsamt Bamberg stellen die Studienergebnisse vor.
© Rudolf Mader

Was den Landkreis betrifft, so bemerkt Landrat Johann Kalb: “Die Studie zeigt erneut, dass der Tourismus zunehmend wichtiger für unseren Landkreis wird. Er steigert die Attraktivität und Lebensqualität für alle Einwohner und Gäste.” Ob das alle Landkreisbewohner genauso sehen, ist fraglich.

Der in der Domstadt lebende Bamberger allerdings weiß, dass ihm die Touristenströme nicht immer behagen. Reservierte Plätze auf den Bierkellern, an denen mitunter wenig verzehrt wird, die dem Einheimischen aber dennoch den Platz für das wohlverdiente Feierabendbier verwehren oder unendlich lange, straßenversperrende Formationen von Tagesgästen, die durch Bamberg geschleust werden, erzeugen mitunter Unmut bei der einheimischen Bevölkerung. Das weiß auch Bambergs zweiter Bürgermeister Christian Lange. “Gerade weil der Tourismus so wichtig ist, arbeiten wir kontinuierlich an Konzepten zur Steigerung der Tourismusverträglichkeit wie Dezentralisierung, Kooperation mit dem Bamberger Land sowie Modifikationen bei den Stadtführungen”, bemerkt er dazu. Resultate dazu sind derzeit allerdings noch nicht bemerkbar. Gefühlt zumindest nehmen die Besucherzahlen in Bamberg – gerade in dem diesjährigen heißen Sommer – immer mehr zu. Aber mal Hand auf Herz: Wenn wir verreisen, sind auch wir Touristen in fremde Städten. Vielleicht kommt es deshalb auch immer ein bisschen darauf an, wie man sich als Tourist verhält.

Die komplette Studie findet sich im Internet auf dem Blog des BAMBERG Tourismus- und Kongress Service unter http://tourismusforum.bamberg.info/.

Headerfoto: FrankenTourismus, A. Hub