68:77! Brose unterliegt im deutschen Classico

68:77! Brose unterliegt im deutschen Classico
Sport

Bamberg verliert aufgrund zu vieler individueller Fehler in München

Brose Bamberg verabschiedet sich mit einer Niederlage in die kleine Nationalmannschaftpause der BBL. Im ewig jungen Duell mit dem oberbayerischen Erzrivalen aus München zogen die Oberfranken vor allem aufgrund eines schwachen zweiten Viertels (9:23) am Ende mit 68:77 den Kürzeren.

easyCredit BBL 17/18 - 9. Spieltag: Brose Bamberg vs. Fraport SkylinersTrotz der enorm hohen Euroleague-Belastung zeigten die Brose-Boys eine kampfstarke Vorstellung und kamen auch nach höheren Rückständen wieder ins Spiel zurück. In entscheidenden Phasen unterliefen den Mannen um Kapitän Nikos Zisis zu viele individuelle Fehler (13 Ballverluste und sechs vergebene Freiwürfe).

Zunächst erwischten die Brose-Boys, die nur eine minimale Vorbereitungszeit hatten, einen guten Start ins erste Viertel. Schnell erspielten sich die Oberfranken eine 13:7-Führung, ehe die Bayern – nach der Einwechslung der etatmäßigen Point Guards Stefan Jovic und Braydon Hobbs – erstmals etwas aufkamen. Gerade als die Hausherren so richtig in Fahrt zu kommen schienen, konnten die Gäste allerdings nochmals eine Schippe drauflegen. Nach einer Auszeit von Coach Trinchieri konterten seine Jungs einen 16:18-Rückstand (8. Min.) bis zur Viertelpause mit einem 8:2-Lauf zum 24:20.

Bayern dominiert zweites Viertel

Im zweiten Spielabschnitt verlor der deutsche Meister jedoch zusehends seinen Rhythmus und produzierte mehr Fehler als Punkte. Die Münchner nutzten Bambergs Schwächephase eiskalt zu einem 13:0-Run und drehten die Partie zu ihren Gunsten. Erst nach 4:19 gespielten Minuten im zweiten Viertel brachte Brose durch den Ex-Bayer Bryce Taylor seine ersten Punkte aufs Scoreboard. Doch die Bayern-Basketballer blieben vor allem defensiv weiter aggressiv und hielten ihren Rivalen auf Distanz. Zur Pause sah sich das Trinchieri-Team mit einem Zehn-Punkte-Rückstand (33:43) konfrontiert.

Nach dem Seitenwechsel konnte man den Domstädtern zwar den Willen zur Aufholjagd nicht absprechen, die Defense stand bis auf wenige Ausnahmen recht ordentlich. Allerdings wurde mit fortschreitender Spielzeit die Offensive zusehends harmloser und auch Bambergs größte Schwäche in dieser Saison – die Rebounds – kam mehr und mehr zum Tragen. So blieb der Abstand über weite Teile der zweiten 20 Minuten konstant im zweistelligen Bereich. Einmal – zu Beginn des Schlussviertels, nach einem unsportlichen Foul von Alex King an Aleksej Nikolic – kamen Nikos Zisis & Co. nochmals bis auf sechs Zähler (55:61, 32. Min.) heran und vermittelten den Eindruck, dass der Sieg noch im Bereich des Möglichen lag.

Bamberg schafft die Wende nicht mehr

easyCredit BBL 17/18 - 9. Spieltag: Brose Bamberg vs. Fraport SkylinersIn Person von Jared Cunningham und Reggie Redding versuchten die Oberbayern das Bamberger Comeback zu verhindern und sollten am Ende damit Erfolg haben. Bamberg, das zwischenzeitlich sogar bis auf vier Punkte in Schlagdistanz kam, erlaubte sich in der Crunchtime zu viele Fehler (Ballverluste) und Fehlwürfe, was Bayern zu seinen Gunsten zu nutzen wusste. Am Ende sollte den Bambergern dann auch die Zeit weglaufen und der Akku bei den Spielern schien leer. Die Mannschaft zeigte zwar Courage und gab sich trotz der enormen Belastung nicht auf, musste sich am Ende aber mit 68:77 geschlagen geben. Die Bayern dagegen genossen ihren Triumph und bauten ihren Vorsprung auf die Bamberger auf drei Siege aus.

FC Bayern München Basketball: Cunningham (17 Punkte), Booker (13), Macvan (11), Gavel (10), Redding (8), Barthel (6), King (5), Zirbes (4), Hobbs (3), Jovic
Brose Bamberg: Wright (14), Taylor (10), Rubit (9), Nikolic (9), Lô (8), Zisis (7), Radosevic (6), Heckmann (3), Mitrovic (2), Staiger

Fazit von Brose-Headcoach Andrea Trinchieri:

“Das war jetzt unser viertes Spiel innerhalb einer Woche. Die anstrengenden letzten Tage haben letztlich dieses Spiel entschieden. Wir haben vor allem im letzten Viertel viele Würfe daneben gesetzt, was der physischen und mentalen Erschöpfung der Spieler geschuldet war. Wir hätten gewinnen können, aber am Ende fehlte uns die nötige Energie. In Anbetracht dieser Umstände war es ein solides Spiel von uns.”

Trainerstimme: Medienmitteilung Brose Bamberg
Fotos: Matthias Schramm