Für 300 Haushalte: Sterzermühle soll Grünstrom liefern

Für 300 Haushalte: Sterzermühle soll Grünstrom liefern
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Wasserrechtliche Genehmigung an Bauherrn Johannes Kraus übergeben

Bambergs Welterbebesucherzentrum befindet sich gerade im Bau. Am Standort der früheren Sterzermühle soll künftig wieder eine Wasserkraftanlage Energie erzeugen. Das Ziel: 300 Haushalte in Bamberg mit Ökostrom versorgen. Dabei helfen sollen die Stadtwerke Bamberg.

Die derzeit abgebaute Sterzermühle zählt zu den ältesten Mühlen im Stadtgebiet Bamberg. Historisch belegt ist eine Nutzung, die in das 11. zurückgeht und fortlaufend betrieben wurde, ehe die Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg dies unmöglich machte. Mit der Übergabe des wasserrechtlichen Genehmigungsbescheides an den Bauherrn und Unternehmer Johannes Kraus aus München ist nun ein großer Schritt zur Wiederaufnahme der klassischen Nutzung gemacht.

Die Wasserkraftanlage Sterzermühle ist als Flusskraftwerk konzipiert und soll unter der Freischankfläche des künftigen Restaurants verschwinden. Durch den Einsatz eines innovativen Turbinentyps können die Eingriffe in die Gewässerökologie minimiert werden. Die Fallhöhe beträgt bis 1,20 Meter. Der Standort wird an das Stromnetz angeschlossen. Mit einer Anlagenleistung von 143 kW soll für 300 Bamberger Haushalte Strom gewonnen werden. Die Anlage leistet somit einen Beitrag zur Umsetzung der Ziele der Klimaallianz Stadt und Landkreis Bamberg in Hinblick auf die angestrebte bilanzielle Energieautarkie 2035.

Vorausgegangen war die zeitintensive Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt Kronach und der Stadt Bamberg, ehe dann im August 2016 der Antrag erfolgte. In Hinblick auf die Bedeutung der Wasserkraft als ressourcenschonendes Mittel zur Stromerzeugung fand das Vorhaben die Unterstützung durch den Stadtrat und das Wasserwirtschaftsamt. Umweltreferent Ralf Haupt betont: “Die Nutzung der Wasserkraft liegt im öffentlichen Interesse, nachdem sie als regenerative Energiequelle einen Beitrag zur nachhaltigen und umweltverträglichen Energieversorgung leistet.”