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domchoere1Der Georgenchor, vor dem wir jetzt stehen, stellt die späte Romanik dar. Der Peterschor auf der Südseite zeigt die frühe Gotik.

Wir wenden uns jetzt den Portalen am Dom zu. Links am Georgenchor befindet sich die Adamspforte. Der Zackenfries deutet daraufhin, dass hier normannische Künstler am Werk gewesen sind. Auf beiden Seiten des Portales erkennt man kleine Steinsockel, auf denen früher sechs Figuren standen. Es handelte sich dabei um Kaiser Heinrich und Kunigunde, den Hl. Stephan und St. Petrus, sowie Adam und Eva, die beide nackt dargestellt waren, ein Novum in der damaligen Kirchenbaugeschichte.

Der Name Adamspforte dürfte aber von einem früheren Bußritual herrühren, bei dem am Aschermittwoch die Büßer aus der Kirche ausgetrieben wurden, wie einst Adam aus dem Paradies. Außerdem war die Adamspforte auch eine frühere Gerichtsstätte, bei der vom Domdekan Recht gesprochen wurde. Interessant ist auch das Wappen über der Pforte. Es handelt sich dabei um das Wappen von Papst Johannes Paul II. Anlaß für die Anbringung dieses Wappens war die Verleihung des Titels „Basilica minor“ (kleine Basilika) an den Bamberger Dom am 01. Mai 1924. Schon Kaiser Heinrich II. hat den Bamberger Dom dem Papst direkt zum Schutz unterstellt und in unserer Zeit sind Gotteshäuser, die sich als besondere Kristallisationspunkte herausstellten, mit dem Titel der „Basilica minor“ ausgezeichnet worden. Dazu sei erwähnt, daß die fünf großen Patriarchalkirchen von Rom, sowie zwei Kirchen in Assisi, den Titel „Basilicae majores“ führen durften. In der Umgebung von Bamberg finden wir nur noch bei den Wallfahrtskirchen von Vierzehnheiligen, Gößweinstein und Marienweiher die Bezeichnung „Basilika minor“.

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Wir gehen nun um den Georgenchor herum und kommen zur Gnadenpforte, auch Marienpforte genannt. Dieses Trichterportal ist anders gestaltet und die Steinbögen mit den Metallknöpfen deuten auf lombardische Baumeister hin. Im Tympanon wird Maria mit dem Jesuskind gezeigt, rechts von ihr die Stifter des ersten Domes, Heinrich und Kunigunde, dann links zunächst der Hl. Petrus und St. Georg. Ganz außen sind noch zwei kleine Figuren zu erkennen. Links ist Bischof Eckbert dargestellt, unter dessen Leitung der dritte Dombau durchgeführt wurde und rechts sein Onkel, der Dompropst Poppo, beides Angehörige des Andechser und Meraner Fürstengeschlechtes. Warum nun der am meisten gebrauchte Name „Gnadenpforte“ für dieses Portal? Wie schon erwähnt, wurden an der Adamspforte die Büßer am Aschermittwoch aus der Kirche ausgetrieben. Am Gründonnerstag ließ man sie dann bei der Gnadenpforte, unter dem Erlaß der Sünden, wieder in die Kirche hinein. Dieser Sündenerlaß ist an Ostern, im Jahr 1020, von Papst Benedikt VIII., der zu einer Konferenz mit Kaiser Heinrich in Bamberg weilte, durchgeführt worden. Bei dieser Gelegenheit wurden vom Papst auch gleich mehrere Kirchen geweiht.

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